Tinnitus

Ein Tinnitus äußert sich als kurzes, wiederkehrendes oder dauerhaftes Geräusch mit hoher bis tiefer Frequenz in einem Ohr, in beiden Ohren oder mitten im Kopf. Ein vorübergehendes oder ein permanentes Ohrgeräusch ist ein häufiges Symptom in unserer Leistungsgesellschaft. Wichtig ist: es handelt sich um ein Symptom und nicht um eine Diagnose. Es gilt die Ursache für das Ohrgeräusch zu finden oder wenigstens einzugrenzen und schwerwiegendere Ursachen auszuschließen. Anders formuliert: die Diagnose, die mit dem Symptom Tinnitus einhergehen kann, zu finden oder einzugrenzen.

In der HNO-ärztlichen Betrachtung ist verständlicherweise bei beruflicher Lärmexposition ohne Hörschutz das Auftreten eines subjektiven Tinnitus deutlich erhöht. Ein ausreichender Hörschutz ist daher in Berufen mit hoher Lärmbelastung (Lärmschädigung, Knalltrauma) unbedingt erforderlich. Auch organische Erkrankungen und eine psychische Stressbelastung können ursächlich für einen Tinnitus sein. Wichtig ist in jedem Fall eine umgehende HNO-ärztliche Vorstellung bei Auftreten eines Tinnitus. Bei rechtzeitiger Erkennung der Ursache des Symptoms eines Tinnitus kann nach den Untersuchungen zur Vorbeugung der Entwicklung eines chronischen Ohrgeräusches zielgerichtet eine Therapie eingeleitet werden.

Die genaue Ursache für einen Tinnitus gehört also in jedem Fall HNO-ärztlich abgeklärt, denn das Ohrgeräusch kann zum Beispiel auch Ausdruck einer Erkrankung des Ohres, der Hörbahn oder von hirnzuführenden Blutgefäßen sein. Außerdem auch als Symptom von Funktionsstörungen der Ohrtrompete oder von Tumoren im Mittelohr. Ein Auftreten ist auch im Zuge einer Mittelohr- und Innenohrschwerhörigkeit (Hörsturz, Morbus Menière, Mittelohrentzündung, Otosklerose etc.), viraler und bakterieller Infekte sowie rheumatologischer Erkrankungen des Innenohres denkbar. Man unterscheidet zwischen einem subjektiven Tinnitus, der nur für den betroffenen Patienten wahrnehmbar ist und einem selteneren objektiven Tinnitus, der auch von außen hörbar sein kann.

Immer sind neben der HNO-ärztlichen Abklärung folgende Ursachen für einen Tinnitus ärztlich in Zusammenarbeit mit unseren Kollegen der hausärztlichen Versorgung und der fachärztlichen Betreuung auszuschließen: Strömungsgeräusche durch Gefäßmissbildungen, einen Bluthochdruck (Herz- und Kreislauferkrankungen). Entzündliche Hirnerkrankungen (Erkrankungen des zentralen Nervensystems) sowie Ausschluss gutartiger und bösartiger Tumorerkrankungen des Gehirns mit einem begleitenden Symptoms eines Tinnitus. Berücksichtigung weiterer Erkrankungen wie Stoffwechsel- und Nierenerkrankungen und anderer Organerkrankungen. Natürlich auch als Nebenwirkung der Einnahme bestimmter Medikamente tritt ein Ohrgeräusch nicht selten auf.
Stressbelastungen können Ohrgeräusche auslösen und verstärken!

Auch seelische Belastungen spielen bei den Ursachen von Tinnitus eine wichtige Rolle. Unsere Patienten berichten oft, dass der Tinnitus erstmals in einer psychischen Belastungssituation auftrat, zum Beispiel bei dauerhafter privater oder beruflicher Stressbelastung (Erschöpfungssyndrom / „Burn-out-Syndrom“).

Stress verstärkt die subjektive Belastung durch den Tinnitus massiv. In der klinischen osteopathischen Beobachtung „macht der Stress aber keinen Tinnitus“. Der Stress bedingt vielmehr Funktionsstörungen des Bewegungsapparates. Neben dem Symptom zum Beispiel Nackenschmerzen und Schulterschmerzen zeigt sich auch bei entsprechender Fokussierung das Symptom eines Tinnitus.

Der Tinnitus führt häufig zu Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und depressiven Syndromen. Die Verunsicherung über die genaue Ursache des Ohrgeräusches und der Angst eines bleibenden Zustandes bedingen weiterreichende psychische Belastungen.

Alle modernen audiologischen Untersuchungsmethoden mit einer individuellen umfangreichen Beratung und interdisziplinäre Weiterleitung werden in unserer Praxis durchgeführt. In der Therapie des Ohrgeräusches stehen dann unterschiedliche Behandlungsansätze zur Verfügung - in unserer Praxis neben der HNO-standardmedizinischen Therapie auch komplementär-medizinische Therapieansätze der Osteopathischen Medizin und der myofaszialen Akupunktur. Auch scheint ein ganzheitlicher psychologischer Therapieansatz zum Stressmanagement (Coaching) im Einzelfall sehr hilfreich zu sein.